Bücher über Bücher

„Wir brauchen Bücher, immer mehr Bücher! Durch das Buch, nicht durch das Schwert, wird der Mensch die Lüge und Ungerechtigkeit besiegen, den endgültigen Bruderfrieden unter den Völkern erobern.“ (Emile Zola, 1840 – 1902, französischer Schriftsteller)

Als rationaler Optimierer freue ich mich stets über Synergien. Im Jahr 2020 erschienen auf dem deutschen Markt rund 69.200 Buchtitel neu, weltweit schätzt man die Zahl geschriebener Werke auf über 120.000.000. Würden wir jeden Tag ein Buch lesen, wären wir 330.000 Jahre beschäftigt , um das komplette Pensum zu bewältigen. Um zumindest einen rudimentären Überblick zu behalten, helfen neben Techniken zum schnelleren Lesen auch Kompendien, die Inhalte vieler Bücher interpretieren und zusammen fassen, hier einige Beispiele:

Michael Maar reist mit uns in „Die Schlange im Wolfspelz“ zu den Geheimnissen großer Literatur. Über allen Gipfeln … sichtbar am Horizont … die Marquise von O … im Weinberg … dem Tiergott opfert … mit stolzer Unterlegenheit … den Knechten und Herren … welche formale Ähnlichkeiten mit Dr. Faustus aufweisen … ins uneroberte Abwechslungsreich entführt … mit scharfem Auge den blaugrauen Nebel durchbricht … und mit Metaphern das Überraschende und Unerwartete … mit Websals Donnerwort auf den Zauberg treibt … der Lügenprophet Mahomet sieht den Erzengel Gabriel, dessen Augenspanne 70.000 Tagesreisen misst … durch die blaue Blume und Hymnen an die Nacht … trotz Minenfeldern aus Fragen und Antinomien … wird aus dem Zwerg ein Gigant … eilig zum ägäischen Meer flieht der Stern … wie Wölfe heulen die Engel … wenn wir im Fegefeuer Erlösung finden … entlarvt uns arme Teufel die morbide Metaphorik der Grimmeschen Märchen … bevor der Tod in Venedig uns ereilt … erwartet uns in einem Hinterhof in Neukölln ein kleines Eden… entsteht Prosa zum demütig werden … jede Lust wird uns zu Teil … und wir überwinden die moralischen Kasteiungen des Künstlertums.

Unzählige Tipps auf Internetseiten und in Buchhandlungen inspirieren uns, unbedingt noch sieben bis tausend Dinge zu tun, bevor das Jenseits uns ereilt. Peter Boxall reitet diesen teils qualvollen Trend, indem er die märchenhaft-magische Zahl verwendet: „1001 Bücher … lesen, bevor das Leben vorbei ist“ und erntet dafür ebenso Lob (getragen auch von Peter Ackroyd, der das Vorwort beiträgt), als auch vernichtende Kritik. Konsequenterweise beginnt das Werk mit dem Hinweis auf die orientalische Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht. Wem in großzügiger Bescheidenheit Die 1000 wichtigsten Bücher aller Zeiten genügen, der schaue gerne auch mal im Harenberg nach.

Dann sind da noch die Top 10 Bücher, die du als Führungskraft gelesen haben musst, und – frei nach dem Motto von Fredmund Malik: „Management ist die Transformation von Ressourcen in Nutzen.“ – Anregungen aus der ultimativen Managementbibliothek von Stuart Crainer:

  • aus dem Vorwort von Gary Hamel: “ Während im Kommunismus der Mensch den Menschen ausbeutet, ist es im Kapitalismus umgekehrt.“
  • Dale Carnegie liefert hilfreiche Grundregeln für den Umgang mit Menschen: interessiere Dich aufrichtig für andere, sei freundlich und lächle, höre gut zu, verzichte auf’s klagen, kritisieren und verurteilen, vermittle aufrichtige Anerkennung (erwische die Menschen, wenn sie es gut machen).
  • Warren Bennis und Burt Nanus fordern vier Schlüsselstrategien von erfolgreichen Managern: Persönlichkeit die positives Selbstwertgefühl vermittelt, vertrauensvollen Umgang miteinander, sinnbelebende Kommunikation und eine Vision, die Aufmerksamkeit und engagierte Mitarbeit verdient.
  • Der ambivalent-unkonventionell denkende Charles Handy ermutigt uns zu kühnen Ideen. Immer wieder benötigen wir radikale Phasen der Unvernunft, um das Überkommene zu revolutionieren. Dabei gilt es gleichermaßen, Bewährtes zu erhalten, föderale Strukturen und die zeitgemäße Transformation nachhaltiger Strategien gehören dazu.
  • Historische Persönlichkeiten senden wertvolle Botschaften zur Gestaltung unserer Metamorphosen und einer prosperierenden Zukunft: ein gerne zitiertes Beispiel ist Machiavellis Der Fürst, Adam Smith legte die philosophischen Grundlagen für die moderne Industriewirtschaft (die es heute so dringend zu überwinden gilt) und bereits vor dem Beginn unserer Zeitrechnung wußte Sun Tsu, das Kriege mit List und Schlauheit gewonnen werden, doch vor allem der Krieger gewinnt, der einen klugen Weg findet, den Kampf zu vermeiden.

… last, not least, natürlich noch die Klassiker der Weltliteratur

Erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: