Bücher

„Kultur ist soziale Ordnung, welche schöpferische Tätigkeiten begünstigt. Vier Elemente setzen sie zusammen: Wirtschaftliche Vorsorge, politische Organisation, moralische Traditionen und das Streben nach Wissenschaft und Kunst. Sie beginnt, wo Chaos und Unsicherheit enden. Neugier und Erfindungsgeist werden frei, wenn die Angst besiegt ist, und der Mensch schreitet aus natürlichem Antrieb dem Verständnis und der Verschönerung des Lebens entgegen.“ (Will und Ariel Durant)

„Ein Buch (lateinisch liber) ist nach traditionellem Verständnis die Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier … “ (Wikipedia)

Dem Zeitstrahl der Wahrnehmung folgend beschreibe ich im Folgenden eine Auswahl literarischer Werke, die mein Weltbild essentiell bereicherten und prägten:

Wie Karl May, Jack London und Mark Twain gehörte Hoimar von Ditfurth zu den schreibenden Helden meiner Jugend. Mit „Kinder des Weltalls“ und „Im Anfang war der Wasserstoff“ erklärte er die grundlegenden Bausteine für ein ganzheitliches Weltbild unseres Universums. Als Pionier der Denkfabrik CLUB OF ROME begreift und beschreibt er voraus schauend „Die Grenzen des Wachstums“ und beteiligt sich daran, Lösungen für unsere Zukunftsprobleme zu erarbeiten.

Der Kybernetik-Papst Frederic Vester war Pionier der modernen Gehirnwissenschaften. Mit „Denken, Lernen, Vergessen“ (1975) gelang ihm als einem der ersten deutschen Wissenschaftler, die Vorgänge in unserem Kopf auch für Laien verständlich darzustellen. 1980 plädiert er für ein „Neuland des Denkens“. Einfaches Ursache-Wirkungs-Denken entspricht nicht den komplexen Zusammenhängen des Universums und den kybernetischen Wechselwirkungen in der Natur. Für einen erfolgreichen Weg in unsere postindustrielle Zukunft führt er den Begriff des „vernetztes Denkens“ ein.

Die beeindruckende Zusammenfassung unserer kulturellen Menschwerdung „The Story of Civilization“ von William James Durant, liest sich über weite Strecken wie ein historischer Roman. Gemeinsam mit seiner Frau Ariel hat er das Werk über viele Jahrzehnte hinweg erarbeitete. 1978 erschien es in 18 Bänden als „Kulturgeschichte der Menschheit“ in deutscher Fassung. Ihre Definition von ‚Kultur‘ leitet den ersten Band ihrer mächtigen Enzyklopädie und auch diesen Artikel ein (siehe Zitate oben).

Eine frühe Blaupause für nachhaltiges Denken und Handeln schafft Fritjof Capra. Mit dem Aufruf zum Paradigmenwechsel beschreibt er in „Wendezeit“ (The Turning Point – 1982) die Leugnung ökologischer und humaner Notwendigkeiten mit der Folge einer heftigen Wahrnehmungskrise unserer modernen Gesellschaft. Erst wenn wir die cartesianische Trennung von Geist und Körper überwinden und durch eine holistische Weltsicht ersetzen, finden wir wieder zu einer gesunden Lebensbalance; in Einheit mit der Natur und unserer Erde.

Charles Hampden-Turner ergündet mit „Modelle des Menschen“ (1986) die Rätsel unseres Bewußtseins: Wer sind wir? Was ist der menschliche Geist? … großartige Einsichten und Wahrheiten … geordnet und zueinander in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis: ein einzigartiger Überblick über die Versuche des menschlichen Geistes, sich selbst zu ergründen.

Wirkungsmächtige Impulse zur Wahrnehmung und Steuerung von Kommunikation liefern die Bausteine und Lehrsätze des Prof. Dr. Schulz von Thun. Sie ermöglichen die Diagnose zwischenmenschlicher Beziehungen, das tiefere Verständnis unserer miteinander Umgehens und dienen hervorragend als Anleitungen zur positiven Beziehungs- und Persönlichkeitsentwicklung. In seiner Trilogie „Miteinander reden“ (2001-2016) haben mich besonders die Kommunikations-, sowie die Werte- und Entwicklungsquadrate beeindruckt.

In seinem außergewöhnlichen Werk „Machtwechsel im Management“ (Gewinner des global business book award 1998) nimmt Uwe Renald Müller (der leider schon 2006 verstarb) wichtige Entwicklungen der späteren Jahre in einem bunten Strauß kreativer Anregungen vorweg. Schon der intelligente Aufbau des Werkes – das auch Drehbuch für ein Bühnenstück sein könnte – fällt aus dem Rahmen und lädt uns Leser zu einer abenteuerlichen Reise ein. Mit Blick auf die zeitgenössische Unternehmenswirklichkeit fordert er die Abkehr von autoritären Verhaltensmustern, hin zum evolutionären Rahmen für eine systemische, humane und werteorientierte Führung. Eines der dramaturgisches Highlight des Buches bietet das fiktive Interview mit Niccolò Machiavelli, mit dem er über Machtpolitik und Führungsethik diskutiert.

„Management ist die Transformation von Ressourcen in Nutzen.“ schreibt Fredmund Malik im Epilog von management-handwerk. Das A und O modernen Managements anwenden bedeutet im Kern: stets den Nutzen für Kunden und seine Ökosysteme im Fokus behalten. Customer Value geht vor Share- und Stakeholder Value. Malik plädiert für konsequente Wertschöpfung durch ökonomische Prozesse. Es geht um die Erhaltung und Optimierung unserer nachhaltigen Lebensqualität. Darum müssen wir stets die ökonomisch-ökologischen Vernetzungen im Blick behalten. Kybernetische und synergetische Konzepte bilden das Fundament für sinnvolles Planen und Handeln von Unternehmen, politischen Organisationen; und auch jedes Individuums: „Die alte Welt von Kapitalismus und Sozialismus geht unter, weil eine Neue Welt entsteht. Sie tut dies, weil durch die Alte Welt Bedingungen geschaffen wurden, denen sie selbst nicht mehr gewachsen ist („Die Grosse Transformation“). Malik integriert erfolgreich bewährte Modelle seiner Vorläufer in den Wirtschaftswissenschaften, insbesondere der österreichischen Schule. Einen besonders inspirierenden Kontakt pflegte er zu Prof. Dr. Stafford Beer, dem Begründer der Management-Kybernetik.

Hoffnungsvolle Entwicklungen, die Wegweiser in eine lebenswerte Zukunft sind, lesen sich unterhaltsam in „Besser machen!“ von Sven Plöger und Christoph Waffenschmidt.

(zum Autor)

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